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Drachen
Drachen - verbotenes Wissen
Allgemeines Vor mehreren Jahrhunderten war das Gebiet des heutigen Königreichs Drakenfels die Heimat der letzten bekannten Drachen der Welt. Die gewaltigen Geschöpfe nisteten in den unzugänglichen Gebirgszügen Eryndors und beherrschten den Himmel über den schroffen Felsen, denen das Königreich später seinen Namen verdankte. Damals lebten Menschen und Drachen nebeneinander – mal in friedlicher Koexistenz, mal in erbitterter Feindschaft. Mit dem Wachstum menschlicher Siedlungen und dem zunehmenden Abbau der reichen Erzvorkommen kam es immer häufiger zu Konflikten. Während einige Drachen ihre Reviere erbittert verteidigten, wurden andere gezielt gejagt, aus Angst vor ihrer Macht oder wegen ihrer als unbezahlbar geltenden Schuppen, Knochen und Hörner. Nach Jahrzehnten blutiger Auseinandersetzungen verschwanden die Drachen schließlich aus dem öffentlichen Bewusstsein. Seither gilt ihre Art in der gesamten bekannten Welt offiziell als ausgestorben. Dennoch sind die Drachen aus der Geschichte Drakenfels' nie verschwunden. Zahlreiche Burgen wurden auf ehemaligen Drachenhorsten errichtet, alte Höhlen gelten als heilige oder verfluchte Orte, und in den Wappen vieler Adelsfamilien findet sich bis heute der Drache als Symbol für Stärke, Mut und Herrschaft. Selbst der Name Drakenfels erinnert an das uralte Erbe des Königreichs. Was jedoch kaum jemand weiß: Die Drachen sind nicht ausgestorben. Tief verborgen in den unzugänglichen Gebirgen Eryndors existieren bis heute kleine, abgeschottete Populationen, deren Aufenthaltsorte streng gehütet werden. Dieses Wissen gehört zum Verbotenen Wissen und ist nur einem äußerst kleinen Kreis aus Gelehrten, Herrschern und wenigen Eingeweihten bekannt. Sämtliche Aufzeichnungen über die überlebenden Drachen werden unter Verschluss gehalten oder bewusst vernichtet, um ihre Existenz geheim zu halten und sie vor erneuter Verfolgung zu schützen. Bis heute erzählen Hirten von gewaltigen Schatten über den Gipfeln, Bergleute berichten von tiefen, donnernden Rufen aus den Bergen, und manche Expedition kehrte mit rätselhaften Spuren oder verbrannten Felswänden zurück. Die meisten halten diese Berichte für Legenden oder Seemannsgarn. Nur jene, die Zugang zum Verbotenen Wissen besitzen, kennen die Wahrheit: Die Drachen leben noch – verborgen vor den Augen der Welt, und ihr Schicksal könnte eines Tages den Lauf der Geschichte erneut verändern. Aussehen Die Drachen Eryndors zählen zu den größten und ältesten Lebewesen der bekannten Welt. Ausgewachsene Exemplare erreichen eine Körperlänge von über 30 Metern, während ihre Flügelspannweite je nach Alter und Art mehr als 50 Meter betragen kann. Ihr Körper ist von dicken, überlappenden Schuppen bedeckt, die je nach Individuum in Schwarz-, Rot-, Bronze-, Silber-, Grün- oder Blautönen schimmern. Besonders alte Drachen entwickeln im Laufe ihres Lebens Narben, gebrochene Hörner oder verwitterte Schuppen, die von vergangenen Kämpfen zeugen. Der lange, muskulöse Hals trägt einen keilförmigen Kopf mit kräftigen Kiefern, die von mehreren Reihen messerscharfer Zähne gesäumt werden. Ihre Hörner wachsen individuell und verleihen jedem Drachen ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Auffällig sind ihre großen, bernsteinfarbenen, goldenen oder tiefblauen Augen, die für ihre außergewöhnliche Sehschärfe bekannt sind. Ihre mächtigen Flügel bestehen aus widerstandsfähigen Flughäuten, die von kräftigen Knochen getragen werden und selbst längste Flüge über offene Meere ermöglichen. Der lange Schwanz dient nicht nur zur Steuerung im Flug, sondern stellt zugleich eine gefährliche Waffe dar. Mit ihren kräftigen Klauen können Drachen selbst massiven Fels aufreißen oder Schiffe schwer beschädigen. Kein Drache gleicht dem anderen. Größe, Färbung, Hornform und Körperbau unterscheiden sich von Tier zu Tier und entwickeln sich mit zunehmendem Alter individuell weiter. Fähigkeiten Drachen besitzen eine außergewöhnliche Kombination aus Intelligenz, körperlicher Stärke und elementarer Feuerkraft. Sie gelten als äußerst lernfähig, erkennen vertraute Personen wieder und sind in der Lage, enge Bindungen zu einzelnen Menschen aufzubauen. Ein einmal entstandenes Vertrauensverhältnis hält oftmals ein Leben lang, während ein verratener Drache nur selten erneut Vertrauen fasst. Ihre bekannteste Fähigkeit ist der Feueratem. Durch spezielle Drüsen im Inneren ihres Körpers erzeugen sie brennbare Gase, die sie beim Ausstoßen entzünden und als gewaltigen Feuerstrahl freisetzen. Temperatur und Reichweite nehmen mit dem Alter des Drachen zu. Die ältesten Exemplare können selbst massive Steinmauern zum Bersten bringen oder ganze Schiffe in Flammen setzen. Dank ihrer enormen Flügelkraft erreichen Drachen hohe Fluggeschwindigkeiten und können auch starke Stürme oder große Höhen mühelos überwinden. Ihre ausgezeichnete Orientierung ermöglicht es ihnen, selbst über offenen Ozeanen oder in unwegsamem Gebirge sicher zu navigieren. Drachen verfügen über außergewöhnlich scharfe Sinne. Sie erkennen Bewegungen aus großer Entfernung, besitzen einen feinen Geruchssinn und nehmen Erschütterungen im Boden wahr. Diese Fähigkeiten machen es nahezu unmöglich, sich unbemerkt einem ausgewachsenen Drachen zu nähern. Mit zunehmendem Alter wachsen Drachen ihr gesamtes Leben lang weiter. Ältere Tiere sind nicht nur größer und kräftiger, sondern verfügen auch über widerstandsfähigere Schuppen, stärkere Muskulatur und einen deutlich mächtigeren Feueratem. Gleichzeitig nimmt ihre Erfahrung zu, wodurch sie ihre Umgebung bewusster wahrnehmen und in Kämpfen äußerst strategisch handeln können. Trotz ihrer gewaltigen Kräfte greifen Drachen Menschen nur selten grundlos an. Sie sind territoriale, intelligente Lebewesen, die Konflikte nach Möglichkeit meiden und nur dann kämpfen, wenn sie sich selbst, ihren Nachwuchs oder ihr Revier bedroht sehen. Gerade diese Mischung aus Intelligenz, Macht und Zurückhaltung machte sie einst zu den ehrfurchtgebietendsten Geschöpfen der bekannten Welt. Drachenreiter Entgegen vieler Legenden sind Drachen grundsätzlich keine Reittiere. Sie lassen sich weder zähmen noch mit Gewalt unterwerfen. Jeder Drache entscheidet selbst, ob er einem Menschen vertraut – und nur in den seltensten Fällen entsteht eine Bindung, die tief genug ist, um einen Menschen auf seinem Rücken zu dulden. Eine solche Verbindung beruht auf gegenseitigem Respekt und wächst oftmals über viele Jahre hinweg. Drachen wählen ihren Reiter selbst; kein Mensch kann einen Drachen für sich beanspruchen. Versuche, einen Drachen gegen seinen Willen zu besteigen, enden meist tödlich. Aus diesem Grund galten Drachenreiter schon immer als außergewöhnliche Persönlichkeiten und wurden mit Ehrfurcht, aber auch mit Furcht betrachtet. Nicht jeder Drache eignet sich als Reittier. Manche sind von Natur aus zu aggressiv, zu territorial oder schlicht nicht bereit, eine Bindung zu einem Menschen einzugehen. Andere wiederum entwickeln im Laufe ihres Lebens eine enge Verbindung zu einem einzigen Menschen und akzeptieren ausschließlich diesen als ihren Reiter. Nach dessen Tod verweigern viele Drachen jede weitere Bindung, während andere sich erst nach vielen Jahren erneut für einen Menschen entscheiden. Die Fähigkeit, einen Drachen zu reiten, gilt heute als nahezu ausgestorben. Mit dem Verschwinden der Drachen ging auch das Wissen über den Umgang mit ihnen verloren. Die wenigen überlieferten Berichte stammen aus einer Zeit, in der Drachen und Menschen noch gemeinsam über den Himmel Eryndors zogen. Ob es heute noch Drachenreiter gibt, ist unbekannt – ebenso wie die Existenz der Drachen selbst gehört dieses Wissen zum Verbotenen Wissen und wird nur von wenigen Eingeweihten bewahrt. Unter Gelehrten existiert bis heute die Überzeugung, dass ein Drache niemals einem Menschen gehört. Vielmehr ist es der Drache, der entscheidet, ob ein Mensch würdig ist, an seiner Seite zu fliegen. Gerade diese Freiwilligkeit macht die Verbindung zwischen Drache und Reiter zu einer der seltensten und außergewöhnlichsten Beziehungen der bekannten Welt.